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19 | 05 | 2012
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preissturz an den rohstoffboersen PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 12. Mai 2011 um 11:32 Uhr

Kontrollierte Panik

Die Preiseinbrüche an den Rohstoffmärkten haben wohl so manchen Einkäufer aufgeschreckt: Ist dies der Beginn einer Trendwende? Können wir bald mit dauerhaft (…) tieferen Metallnotierungen rechnen? Sinken die Energiekosten?

Spektakuläre Preiseinbrüche bei Rohstoffen verheißen in der Regel nichts Gutes für die Industrie. Zwar versprechen sie kurzfristig tiefere Einkaufkosten, in aller Regel folgt der Erleichterung auf der Kostenseite jedoch ein Einbruch der Nachfrage auf dem Fuße. Die Rohstoffnotierungen haben sich in der Vergangenheit als relativ zuverlässiger Indikator für die Wirtschaftsentwicklung erwiesen, da sich die großen Marktplayer ihren Bedarf lange im Voraus sichern und damit ein offenes Statement über zu Ihrer Markterwartung abgeben.

Müssen wir also mit einem Einbruch der industriellen Nachfrage rechnen?

Eher nicht. Die Rohstoffmärkte befinden sich bereits seit längerer Zeit in einem Ausnahmezustand, welcher mehr durch die Finanzwirtschaft, denn durch die Industrie verursacht wird. Es ist die Politik des leichten Geldes, welche Finanzinvestoren dazu verleitet, sich über mittels kostengünstiger Kredite, große Handelspositionen an Rohstoffen und anderen leicht handelbaren Sachwerten aufzubauen. Solange die Preise weiter steigen, verspüren diese auch keinerlei Not oder Bedürfnisse, diese Positionen wieder an den Markt abzugeben. Aus diesem Grunde sind die Lager nach wie vor voll, ohne dass ein Überangebot an Material auf dem Markt wäre.

Geldmarktpolitik bestimmt die Preise

Wir sind der Ansicht, dass dieser Trend trotz jüngst leicht anziehender Zinsen ungebrochen ist. Eine Geldverknappung ist angesichts riesiger Haushaltsdefizite in Europa und Amerika nicht zu erwarten. Im Gegenteil ist zu befürchten, dass die Geldmenge im Falle eines Staatsbankrotts innerhalb des Euro-Raumes noch weiter ausgeweitet wird, um die Folgen der Abschreibungen für Banken und Versicherungen zu kompensieren.

Trotzdem befinden sich die Rohstoffmärkte zweifellos in einer irrationalen Phase der Marktübertreibung. Jedem Marktteilnehmer ist klar, dass eine solche Blase früher oder später platzen wird. Aus diesem Grunde sind Preisstürze, wie wir sie anfangs Mai gesehen haben natürliche Folge einer zunehmenden Nervosität unter den Händlern, welche zwar liebend gerne Gewinn einstreichen, sich bei den überfälligen Korrekturen jedoch möglichst schadlos halten wollen.

Unser Fazit:

Die Preise – gerade im Bereich des Aluminiums – werden trotz zunehmend nervöser werdendem Handel, auf absehbare Sicht wohl auf hohem Niveau stabil bleiben. Tendenziell gehen wir sogar von einem leichteren Preisanstieg auf mittlerer Sicht aus, da die fällige und auch notwendige Korrektur durch die Geldpolitik der Notenbanken nach hinten geschoben wird.


Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 12. Mai 2011 um 11:44 Uhr
 
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